Produktpreise im Merchant Center vergleichen und richtig bewerten

Preisbenchmarks für Shopping verstehen: Vergleichbarkeit prüfen, Margen berücksichtigen und Preisänderungen kontrolliert auswerten.

Kevin Taron2 Minuten LesezeitVeröffentlicht Aktualisiert

Ein Preisbenchmark zeigt, wie Ihr Produktpreis im Vergleich zu anderen Angeboten eingeordnet wird. Er hilft, auffällige Abweichungen zu untersuchen. Er entscheidet aber nicht, welcher Preis für Ihr Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist. Dafür müssen Einkauf, Versand, Retouren, Service und Ihre Marge zusammen betrachtet werden.

Wo finden Sie den Vergleich?

Google beschreibt die aktuellen Preisanalysen unter „Analytics“ und „Pricing“ im Merchant Center. Dort können Preisvergleiche und vorgeschlagene Angebotspreise erscheinen. Die Verfügbarkeit hängt von den vorhandenen Produkt- und Leistungsdaten ab. Für Benchmarkdaten nennt Google eine gültige GTIN als Voraussetzung. Die Dokumentation zum Pricing-Bericht erläutert die einzelnen Karten und ihre Voraussetzungen.

Vergleichen Sie wirklich dasselbe Produkt?

Prüfen Sie zuerst Modell, Ausführung, Packungsgröße und Kennzeichnung. Ein Set mit Zubehör ist wirtschaftlich etwas anderes als das Einzelprodukt. Auch Lieferfähigkeit, Lieferzeit und zusätzliche Leistungen gehören in Ihre eigene Bewertung. Eine Preisabweichung ohne diese Einordnung ist noch kein Fehler.

Kontrollieren Sie außerdem die Übereinstimmung von Produktdaten, sichtbarem Shoppreis und Warenkorb. Ein veralteter Datenexport kann einen vermeintlichen Wettbewerbsnachteil zeigen, obwohl der Shop längst einen anderen Preis ausweist. Dokumentieren Sie den Zeitpunkt Ihres Vergleichs.

Ein Beispiel für die Entscheidung

Ein fiktiver Händler verkauft ein Ersatzteil für 120 Euro. Der Vergleichswert liegt bei 110 Euro. Zehn Euro Nachlass könnten zusätzliche Bestellungen begünstigen, reduzieren aber zunächst den verfügbaren Deckungsbeitrag. Bei wenigen Euro verbleibender Marge kann mehr Umsatz gleichzeitig weniger Ergebnis bedeuten.

Der Händler prüft deshalb zuerst Einkauf und Versandkosten sowie die Qualität der Produktseite. Vielleicht fehlt eine klare Kompatibilitätsliste. Dann löst eine Preissenkung nicht die eigentliche Unsicherheit vor dem Kauf. Das Beispiel beschreibt eine Entscheidungslogik, keine gemessene Kampagne.

Preisänderungen kontrolliert testen

  1. Eine überschaubare Produktgruppe mit vergleichbaren Bedingungen auswählen.
  2. Untergrenze anhand vollständiger Kosten und gewünschter Marge festlegen.
  3. Ausgangswerte für Bestellungen, Umsatz, Deckungsbeitrag und Retouren sichern.
  4. Preisänderung, Zeitraum und parallel laufende Aktionen dokumentieren.
  5. Nach ausreichenden Daten das wirtschaftliche Ergebnis prüfen und gegebenenfalls zurückstellen.

Was der Bericht nicht verspricht

Googles Preisvorschläge sind Prognosen. Sie garantieren keine zusätzlichen Käufe und ersetzen keine Kalkulation. Fehlende Vorschläge bedeuten umgekehrt nicht, dass Ihr Preis optimal ist. Vergleichen Sie neben dem Anzeigenbericht auch die tatsächlich abgeschlossenen und abgewickelten Bestellungen.

Nutzen Sie den Bericht als regelmäßigen Prüfpunkt. Sinnvoll ist eine Zuständigkeit im Team, die Datenqualität, Kalkulation und Kampagnenänderungen zusammenführt. So verhindern Sie, dass Einkauf, Marketing und Shopbetrieb widersprüchliche Entscheidungen treffen.

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Über den Autor

Kevin Taron

Gutwerker Digitalagentur · SEO, GEO und digitales Marketing.

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