Content Seeding
Inbound-Marketing

Content Seeding: Definition und Strategie

Kevin am 19.04.2021
Lesezeit: 8 min

So generieren Sie mit Ihren Inhalten Reichweite

Das Erstellen relevanter Inhalte ist die Grundlage einer erfolgreichen Content Marketing Strategie. Denn, nur nützliche, hilfreiche und unterhaltsame Inhalte werden gelesen, geliked und geteilt. Doch was bringt die Content-Erstellung, wenn die Inhalte nicht ausreichend verbreitet und gefunden werden? Es reicht also nicht aus, guten Content nur auf der eigenen Website oder im Corporate Blog zu veröffentlichen, denn nur ein Bruchteil der potenziellen Kunden:innen findet den Weg direkt dorthin. Damit Ihr Content-Marketing funktioniert und Sie Ihre Zielgruppe erreichen, müssen Sie Ihre Inhalte verbreiten und auf verschiedenen Medienkanälen platzieren. Die gezielte Verbreitung erreichen Sie dabei mit einer Content Seeding Strategie. Was genau das bedeutet und wie Content Seeding funktioniert, schauen wir uns im Folgenden genauer an.

Was versteht man unter Content Seeding?

Beim Content Seeding (engl. to seed = säen) handelt es sich um die gezielte Verbreitung und Platzierung von Inhalten im Umfeld der relevanten Zielgruppe. Das Hauptziel des Content Seeding ist dabei, der Ausbau von Reichweite in Form von Views, Traffic, Likes, Shares und Verlinkungen. Um die Wahrnehmung der Inhalte nachhaltig zu maximieren, werden dabei Inhalte für eine Vielzahl von Medienformaten aufbereitet, um potenziellen Kunden:innen dort abzufangen, wo sie bereits sind. Streueffekte durch Verlinkungen und Interaktionen der Nutzenden sorgen dann zusätzlich für die selbstständige Verbreitung des Contents.

Dafür wird bereits bei der Produktion der Inhalte überlegt, wie sich diese Inhalte für verschiedene Medienformate und Kanäle verwerten lassen, unter anderem für:

  • Website und Corporate Blog
  • Social Media Posts (auf z.B. Instagram, Facebook)
  • Online-Pressemitteilungen
  • Whitepapers
  • Präsentationen
  • Posts auf Business-Netzwerken (auf z.B. Xing, LinkedIn)
  • Videos (auf z.B. Youtube)
  • Podcasts
  • Fachbeiträge und Gastbeiträge
  • Newsletter- und E-Mail-Marketing
    Bilder und Infografiken

Was sind die Ziele einer Content Seeding Strategie?

Durch die Verbreitung von Inhalten sollen Touchpoints (Anlaufstellen) aufgebaut werden, um potenzielle Käufer:innen zu erreichen. Dabei handelt es sich insbesondere um Kanäle, auf denen die potenzielle Kundschaft sowieso schon nach Informationen sucht oder bestimmte Themen diskutiert. Durch die gezielte Platzierung des Contents werden somit direkt kaufbereite Kunden:innen angesprochen und die Reichweite sowie die Anzahl an Leads gesteigert.

Außerdem zielt Content Seeding darauf, Meinungsführende (wie z.B. Influencer:innen, Blogger:innen oder PR-Manager:innen) dazu zu bringen, Inhalte über ihr bereits bestehendes Netzwerk, also zum Beispiel via Social Media, Blogs oder Newslettern, zu teilen und verbreiten. Im Optimalfall verbreiten sich die Inhalte dann viral so weiter, dass die Nutzenden selbst als Multiplikatoren dienen und den Content aus eigener Motivation bewerben.

Die drei Hauptziele beim Content Seeding liegen demnach auf:

  1. Mehr Reichweite generieren (Traffic, Views)
  2. Neue Zielgruppen erreichen (Shares, Likes, Kommentare)
  3. SEO-Optimierung (Backlinks)
Mitarbeiterin bei der Content Planung

Welche Arten von Content Seeding gibt es?

Beim Content Seeding bieten sich verschiedene Möglichkeiten hinsichtlich der Verbreitung von Inhalten an. Zunächst kann man zwischen einfachen und erweiterten Content Seeding unterscheiden. Beim einfachen Seeding werden die erstellen Inhalte hauptsächlich nur auf der Unternehmenswebsite und den eigenen Social Media Kanälen gestreut. Dabei handelt es sich um eine kostengünstige Variante, die mit wenig Aufwand verbunden ist. Allerdings kann mit dieser Strategie in der Regel nur begrenzte Reichweite generiert werden. Beim erweiterten Seeding werden die Inhalte dagegen erheblich weiter ausgesät. Indem beispielsweise viele Influencer:innen eingebunden werden, erreicht der Content eine große Verbreitung auf Social Media Kanälen, Blogs und anderen Websites. Dies sorgt für eine insgesamt höhere Reichweite und mehr Leads. Jedoch benötigt man für die Umsetzung dieser Content Seeding Strategie mehr Aufwand und Budget.

Außerdem lässt sich Content Seeding nach zwei weiteren Arten unterscheiden:

  • Beim aktiven Seeding erreichen Sie die Nutzenden mit Ihren Inhalten über klassische, bezahlte Werbemittel (Social Media Avertising oder Display Advertising).
  • Beim passiven Seeding setzen Sie dagegen darauf, dass Ihre Inhalte von den User gefunden und aus eigener Motivation geteilt werden.

Ein ähnlicher Ansatz wird durch das sogenannte Viral Seeding verfolgt. Dabei geht es hauptsächlich um die Verbreitung der Inhalte in sozialen Netzwerken. Relevante Kennzahlen sind hier Likes, Shares, Follower und Kommentare. Hier geht es allerdings weniger darum, fachlich zu überzeugen, sondern vielmehr darum, starke aktive Gefühle hervorzurufen. Die Inhalte müssen in diesem Fall entweder positiv überraschen, sehr unterhaltsam sein oder die Nutzer:innen aufregen: Denn nur dann werden sie von den Nutzenden geteilt und verbreiten sich viral. Beim Viral Seeding muss demnach mithilfe des Contents eine packende und emotionale Story vermittelt werden.

 

Wie funktioniert Content Seeding?

Schritt für Schritt zur erfolgreichen Content Seeding Strategie

Beim Content Seeding ist die Planung und Strategie entscheidend. Relevante Inhalte, die Ihrer Zielgruppe einen wirklichen Mehrwert bieten, bilden zwar die Grundlage für eine erfolgreiche Content Marketing Strategie, jedoch ist es wichtig sich bei der Planung nicht nur auf die Erstellung der Inhalte zu konzentrieren. Demnach sollten Sie zuvor unter anderem die Ziele der Kampagne und die Zielgruppe, die Sie ansprechen wollen, vorher genau definieren.

Content Seeding Säulen

1. Definition von Zielen und Buyer Personas

Überlegen Sie zunächst, was Sie mit Ihrer Content Seeding Strategie erreichen wollen. Möchten Sie mehr Reichweite, Reputation, Verkäufe und Bewertungen erhalten? Ganz gleich worum es sich handelt: Achten Sie dabei darauf, dass Ihre Ziele nach dem SMART-Prinzip zu formulieren. Dies erleichtert es Ihnen, später den Erfolg Ihrer Content Strategie zu messen.

Für eine erfolgreiche Kampagne ist zudem die exakte Definition einer Zielgruppe unerlässlich. Dabei ist es wichtig, dass Sie Ihre potenzielle Kundschaft und deren Kaufentscheidungsprozess genau verstehen. Denn nicht jede Zielgruppe wird von dem gleichen Content angesprochen. Bei diesem Schritt hilft Ihnen die professionelle Erstellung von Buyer Personas. Mit der Nutzung von Buyer Persona wird es Ihnen leichter fallen, Ihre Kunden:innen einzuschätzen und folglich Ihre Ansprache an Ihre Kundschaft anzupassen. Denn nur mit zielgruppenspezifischen Content erreichen Sie potenzielle Käufer:innen. Stellen Sie sich also zuerst folgende Fragen:

  • Wer ist Ihre Zielgruppe? (Demografische Angaben, Arbeitsverhältnis etc.)
  • Wo konsumiert Ihre Zielgruppe? (Content-Kanäle)
  • Vor welchen Herausforderungen steht Ihre Zielgruppe? (Problemstellungen)
  • Was konsumiert Ihre Zielgruppe? (Content-Formate)
  • Wie interagiert Ihre Zielgruppe? (Call-to-Action)

Die Beantwortung dieser Fragen hilft Ihnen dabei, zu entscheiden welche Message Sie mit Ihren Inhalten verbreiten wollen und auf welchen Plattformen Sie diese platzieren möchten.

2. Content-Erstellung und Veröffentlichung

Ist klar, für wen und zu welche Plattform die Inhalte produziert werden, geht es an die eigentliche Content-Produktion. So beginnt der Prozess des Content Seedings nicht erst bei der Verbreitung des Contents, sondern bereits bei der Erstellung der Inhalte. Wichtig dabei ist es qualitative Inhalte zu schaffen, die Ihrer Zielgruppe Mehrwert bieten. Denn nur diese werden von Nutzenden geteilt und verbreitet. Außerdem sollte das Content-Format auf die Distributionskanäle angepasst sein. Achten Sie zudem auf eine gute Mischung aus aktuellen Inhalten und Evergreen-Content (Tutorials, Grundlagen). Um Ihre Inhalte auch optimal für Suchmaschinen-Rankings zu optimieren, nutzen Sie passende Keywords, Überschriften mit klaren Aussagen und integrieren Sie Links auf Ihrer Website.

Wenn Sie nun Ihren Content fertiggestellt, veröffentlichen Sie diesen zuerst auf Ihren eigenen Seiten und Social Media Kanäle. Dabei gibt die Content Seeding Regel vor, wie viel Zeit Sie in die Erstellung und Verbreitung Ihrer Kampagnen investieren sollten:
Verbringen Sie nicht mehr als 50 % der aufgewendeten Zeit für die Produktion der Inhalte. Die weiteren 50 % sollten Sie dann für das eigentliche Content Seeding nutzen. Manche Unternehmen investieren sogar 80 % Ihres Zeitkontingents in die strategische Verbreitung der Kampagnen.

3. Seeding

Wenn Sie Ihre Inhalte auf Ihrer Unternehmenswebsite veröffentlicht haben, erfolgt die gezielte Verbreitung Ihres Contents. Dabei stehen Ihnen grundlegend 3 Arten von Kanälen zur Verfügung:

  1. Owned Media: die eigenen Distributionskanäle wie die eigenen Social Media Kanäle, der Newsletter und der Unternehmensblog
  2. Earned Media: Multiplikatoren wie Influencer:innen und Blogger:innen
  3. Paid Media: Advertising-Möglichkeiten wie Display oder Social Media Werbung
Medientypen des Content Seedings

Geeignete Kanäle für das Content Seeding im Überblick:

Social Media

Social Media Kanäle wie Facebook, Twitter und Instagram sind die wahrscheinlich gängigsten Multiplikatoren im Content Seeding. Der Vorteil dieser Social Media Netzwerken liegt darin, dass Inhalte durch gut eingesetztes Seeding viral gehen können. Auf Social Media Plattformen lässt sich demnach hohe Reichweite erzielen.

Business-Netzwerke

Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn eignen sich besonders für den B2B-Bereich. Hier spielt die Qualität des Contents eine große Rolle. Am besten können Sie Ihre Zielgruppe auf Business-Netzwerken mit Fachwissen und relevanten Content überzeugen, der den Nutzenden Mehrwert bietet.

Video-Netzwerke

Enthält Ihr Content Videos können Sie diese auch auf anderen Netzwerken teilen. Dafür eignet sich beispielsweise die Video-Plattform Youtube. Aber auch auf anderen Social Media Plattformen werden Videos besonders häufig geklickt und wahrgenommen. Für Kanäle wie Instagram oder Facebook mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne der Nutzenden empfiehlt es sich, aus Ihrem Video kurze Highlights auszuschneiden und diese auf den Netzwerken zu teilen.

Newsletter

Das Verbreiten Ihrer Inhalte über den eigenen Newsletter gehört zum Owned Media dazu. Viele Unternehmen denken, dass man mit E-Mail-Marketing mittlerweile keine Erfolge erzielen kann. Ganz im Gegenteil: Newsletter-Kampagnen funktionieren weiterhin insbesondere für Gratis-Inhalte mit hohem Mehrwert für die Zielgruppe (Whitepapers, Anleitungen) gut.

Influencer

Auch die Zusammenarbeit mit Meinungsträger:innen bzw. Influencer:innen hat sich im Bereich Content Seeding als erfolgreiche Strategie erwiesen. Influencer:innen sind nämlich bekannt für ihren prägenden Einfluss auf Ihre Followerschaft, das sie hauptsächlich durch ihre Authentizität und das ihnen entgegengebrachte Vertrauen erreichen. Bei der Auswahl von geeigneten Influencer:innen sollten Sie vor der Kontaktaufnahme, daher darauf achten, dass Ihr Content auch wirklich zu den Themen passt, die die Influencer:innen beispielsweise auf ihren Social Media Kanälen und Blogs ansprechen.

Presse-, Themen und Fachportale

Bieten Ihre Inhalte enormen Mehrwert und vermitteln aktuelles Fachwissen aus bestimmten Branchen, können Sie Ihren Content auch als Fachartikel aufbereiten und auf verschiedenen Presse-, Themen und Fachportale platzieren. Damit erreichen Sie Ihre spezifische Zielgruppe und sorgen für mehr Wahrnehmung Ihrer Inhalte.

Advertising

Haben Sie durch Owned und Earned Media noch nicht genügend Reichweite für Ihren Content erzielt, setzen Sie zusätzlich bei Ihrer Content Seeding Strategie auf Paid Media wie Social Media Advertising, Google Ads oder Affiliate Marketing. So können Sie gezielt mehr Aufmerksamkeit für Ihre Inhalte auf den ausgewählten Plattformen schaffen.

4. Monitoring

Nachdem die ersten Inhalte verbreitet wurden, folgt schließlich das Monitoring und die Erfolgsmessung. Hat sich der Inhalt viral verbreitet oder gab es nur wenig Rückmeldung? Hat sich die Kooperation mit Influencer:innen als effizient erwiesen? Den Erfolg ihrer Content Seeding Strategie können Sie mit verschiedenen Tools wie Google Analytics messen. Anhand Social Signals wie Likes oder Kommentare sehen Sie die Resonanz Ihrer Beiträge und Inhalte. Dazu sollte Ihr Content der Kampagne mit einem sorgfältigen Tracking vollständig nachvollziehbar sein.

Das Monitoring zeigt Ihnen vor allem, welche Inhalte bei Ihrer Zielgruppe ankommen und welche Sie gegebenenfalls modifizieren oder entfernen sollten. Allerdings sollten Sie nicht vergessen, dass Content Seeding keine kurzfristige Maßnahme ist, sondern eine nachhaltige und langfristige Strategie darstellt.

Team Content Marketing

Content Seeding und SEO

Content Seeding hat zudem auch positiven Einfluss auf Ihre Suchmaschinenplatzierung und kann damit auch als Strategie zur Suchmaschinenoptimierung gesehen werden. Denn auch beim Link-Aufbau geht es um qualitative Platzierungen und Verlinkungen eines Unternehmens, Produktes oder einer Marke im Internet.

Dabei zählt jedoch nicht nur der Link alleine, sondern der Link-Kontext und das Engagement der Nutzenden. Jeder Link, der von den Lesenden als relevant bewertet wird, in dem dieser geklickt, besucht, bewertet oder geteilt wird, wird ebenfalls für die Suchmaschinen als relevant gesehen. Zu qualitativen Backlinks zählen zum einen Links aus Listings in offiziellen Branchenverzeichnissen (wie Gelbe Seiten etc.), aber vor allem auch Verlinkung auf renommierten Portalen (High Domain Authority Sites), wie zum Beispiel auf Online-Magazinen, in Presseberichten und Pressemitteilungen.

Fazit

Content Seeding ist ein sehr wichtiges Element einer erfolgreichen Content Marketing Kampagne. Dabei darf das Seeding jedoch nicht als einmalige Aktion betrachtet werden, sondern als eine nachhaltige und langfristige Strategie. So reicht es oftmals nicht aus Inhalte auf der Unternehmenswebsite zu veröffentlichen. Nur durch die kontinuierliche und gezielte Verbreitung Ihrer Contents erzielen Sie Reichweite und Sichtbarkeit im Web. So schaffen Sie verschiedene Touchpoints und werden von Ihrer Zielgruppe dort wahrgenommen, wo sie schon ist und führen diese auf Ihre Website. Langfristig generieren Sie somit eine erhöhte Reichweite und mehr Verkäufe.

Kontaktieren Sie uns gerne jetzt und wir entwickeln gemeinsam die für Sie passende Content Seeding Strategie.

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